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Aus­stel­lungs­pla­nung

BUGA 23: AUSSTELLUNGSPLANUNG

 

Über­ra­schend und inspirierend

Auf Spinelli kann man derzeit zuschauen, wie unsere Visionen Gestalt annehmen. Aus dem einstigen Militärgelände mit seinen geraden Strukturen und der flachen Topographie wird Schritt für Schritt das zukünftige Ausstellungsgelände sichtbar – mit einem einladenden Willkommensbereich, einem visionären Experimentierfeld mit Zukunftsgärten im Norden und der U-Halle als Herzstück

 

Die BUGA 23 findet auf zwei Ausstellungsgeländen statt, die kaum unterschiedlicher sein könnten: Während der Luisenpark nach dem Vorbild englischer Landschaftsparks entstanden ist und in den 1970er Jahren modernisiert wurde, ist das Spinelli-Gelände geprägt durch seine ehemals militärische Nutzung.

Upcy­cling im gro­ßen Stil

Wo einst Militärfahrzeuge befüllt wurden, tanken im Jahr 2023 die Besucher*innen neue Energie: Eine verlassene Tankstelle wird während der BUGA 23 in einen modernen Kiosk verwandelt. Überall auf der riesigen Fläche von Spinelli finden sich Erinnerungen an die Vergangenheit des Geländes als US-Militärkaserne. Aus einer Panzerlagerhalle wird der Eingangsbereich. Ein historisches Heizhäuschen wird zum i-Punkt Grün mit Blick auf die weite Mitte mit ausgedehnte Wiesenflächen und Panoramasteg.

Mili­tär­ge­schich­te bleibt sichtbar

Im Sinne der Nachhaltigkeit wird weitestgehend mit dem Bestand gearbeitet und ausgewählte Gebäude umgenutzt – neudeutsch könnte man Upcycling dazu sagen. Also eine Form der Wiederverwertung, die die Sache hochwertiger macht. Daher werden auch die funktional-geradlinigen Wege in großen Teilen übernommen und ihre linearen Strukturen werden als Sichtachsen weitergeführt. Materialien aus dem Rückbau wie beispielsweise Dachpanelen und Glasbausteine werden wiederverwertet. Die Geschichte des 62 Hektar großen Geländes soll sichtbar bleiben.

Inno­va­tio­nen auf dem Expermientierfeld

Mit innovativen Ausstellungsbeiträgen überrascht das neu gestaltete Spinelli-Gelände. Auf dem Experimentierfeld nördlich der U-Halle finden die vier Leitthemen der BUGA 23 ihren gärtnerischen Ausdruck. Zackige Kanten wie Eisschollen markieren den Bereich „Klima“, Blattstrukturen sind das Kennzeichen für den Bereich „Umwelt“; Wellen stehen für „Energie“ und die „Nahrung“ spiegelt sich in der Form landwirtschaftlicher Flurstücke wider. Wie ein roter Faden ziehen sich 17 Zukunftsgärten durch das Experimentierfeld und verkörpern als gartenkünstlerische Inszenierungen die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.

Eine BUGA als Baumschule

Erstmals fungiert eine Bundesgartenschau als Baumschule: Das Projekt der 2.023 Zukunftsbäume für Mannheim ist ein Best Practice-Beispiel für Nachhaltigkeit: Die BUGA 23 dient der Stadt als Baumschule. Die Idee ist so betörend wie einfach: Während der BUGA werden auf Spinelli sehr viele Bäume benötigt, um an heißen Sommertagen die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Aufgrund der Frischluftzufuhr können die 2.023 Bäume nicht dauerhaft gepflanzt werden. Daher werden sie temporär wie in einer richtigen Baumschule in Baumquartieren auf dem Experimentierfeld gepflanzt und der Rest in riesigen Pflanzkübeln und Air Pots auf dem Gelände verteilt. Nach Ablauf der Schau werden die Bäume planmäßig als Stadtgrün im gesamten Stadtgebiet ausgesetzt.

Grü­ne Bran­che vereint

Als attraktive Anlaufstelle für Besucher*innen auf Spinelli wird die historische Heizzentrale positioniert, die nach den derzeit laufenden Sanierungsarbeiten den i-Punkt-Grün der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) beheimaten wird. Dort präsentieren sich 2023 die Verbände der grünen Branche, vertreten durch den Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, den Bund deutscher Baumschulen und den Bund deutscher Friedhofsgärtner.

Arten- und Natur­schutz erleb­bar machen

Sandmagerrasenflächen und Ersatzhabitate für Mauereidechsen und Wildbienen findet man vor allem in der naturnah entwickelten Fläche westlich der Völklinger Achse – der so genannten „Weite Mitte“. Um auch im östlichen Teil Spinellis die besondere Bedeutung des Arten- und Naturschutzes für die BUGA 23 zur Geltung zu bringen, werden Habitatflächen und Schutzzonen für Eidechsen und Wildbienen rund um die U-Halle angelegt und eine Fläche für Besucher*innen über einen Holzsteg unmittelbar erlebbar gemacht.

Lui­sen­park bezau­bert mit orga­ni­schen Formen

Mit seinen geschwungenen Formen bildet der Luisenpark einen spannungsvollen Gegensatz zu Spinelli. Die gewachsene Parkanlage mit exotischer Flora und Fauna und altem Baumbestand war bereits 1975 wesentlicher Bestandteil einer Bundesgartenschau. Damals wurde der Park nach den preisgekrönten Plänen der Landschaftsarchitekten Wagenfeld, Leipacher und Boyer rundum erneuert und hat jene viel gelobten Sichtachsen erhalten, die heute seine Gestalt prägen. Die Parkanlage besticht durch mit Leidenschaft und Expertise angelegte und gepflegte Pflanzungen. Bis zur BUGA 23 wird der Luisenpark um neue Erlebnisräume, wie z.B. eine moderne Unterwasserwelt, erweitert und zu einem ganzjährig nutzbaren Allwetterpark weiterentwickelt.

Mann­heims Part­ner­städ­te gestal­ten Gartenareal

Der Luisenpark lädt die Besucher*innen zwischen chinesischem Teehaus und Südamerikahaus ein auf eine Gartenreise um die Welt. Seerosen, Kamelien, Rhododendren oder Pfingstrosen sind nur einige Beispiele von Pflanzensammlungen des Luisenparks, die ihresgleichen suchen. Als besonderes Highlight zur BUGA 23 sollen alle elf Partnerstädte der Stadt Mannheim unter der gärtnerischen Leitung von Ellen Oswald gemeinsam einen neuen „Garten der Völkerverständigung“ (Arbeitstitel) konzipieren.

© Filon/Stadtpark Mannheim

In luf­ti­ger Höhe

Wenige Schritte weiter erwartet die Gäste einer der absoluten Höhepunkte der BUGA 23: In acht Minuten gelangt man mit der Seilbahn von Spinelli in den Luisenpark. In Mannheims grünem Herzen begeben sich die Besucher auf eine Gartenreise um die Welt.

Stand: September 2021