Die Alles­wis­se­rin

Von Balthasar Zehetmair, am 31. August 2021

 

Wer steckt hinter der BUGA 23? In unserer neuen Porträtreihe hier auf dem Blog wollen wir nun jeden Monat die Mitarbeiter*innen in den Fokus rücken, die im Hintergrund bei den Planungen für die Bundesgartenschau Mannheim vom 14. April bis 8. Oktober 2023 die wesentlichen Fäden ziehen.

 

Ich muss alles wissen, aber nicht alles können“, sagt Miriam Rausch mit einem ironischen Augenzwinkern. Die gebürtige Ludwigshafenerin hat bei der Bundesgartenschau Mannheim 2023 in vielen Projekten der Abteilung Freiraum und Ausstellungskonzeption ihre Finger im Spiel.

Die Stadtplanung und Stadtentwicklung sowie die Konfliktpunkte, die dabei auftreten, haben mich schon während meines Studiums interessiert. Nun erlebe ich das jeden Tag hautnah bei der BUGA 23!“ Wie öffentliche Freiräume in der Stadt geschaffen werden können, in denen sich unterschiedliche Menschen gerne aufhalten, ist eine wichtige Frage für Miriam Rausch, der sie u.a. im Rahmen ihres Bachelorstudiums der Soziologie und Psychologie in Mannheim nachgegangen ist.

 

Nachhaltige Stadtentwicklung als Thema

In einem so genannten „Gap Year“ – einem Überbrückungsjahr – bei der Stadtverwaltung Freiburg kam sie erstmals mit dem Thema Nachhaltigkeitsmanagement in Berührung. „Dort hatte ich mit verschiedenen Dezernaten zu tun. Eine Erfahrung, die mir heute sehr weiterhilft.“ Während ihres Masterstudiums der Urbanistik/ Urban Studies in Brüssel wurde es konkreter. Mit ihrer studienbegleitenden Arbeit beim Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung war Rausch auf dem Feld der nachhaltigen Stadtentwicklung auf europapolitischer Ebene aktiv.

Von Europa ging es wieder zurück in die Rhein-Neckar-Region. Hier bei der Bundesgartenschau Mannheim ist die Stadtentwicklung mein Credo und erhalte ich viele neue Eindrücke.“ In den Themen Baurecht oder Natur- und Artenschutz sowie in den Arbeitsabläufen des umfangreichen Großprojektes auf Spinelli im Nordosten Mannheims gewinnt Miriam Rausch jeden Tag interessante Einblicke. Dabei genießt die 26-Jährige die Freiheiten in ihrer Arbeitsorganisation und den Rückhalt ihrer Kolleg*innen. Von Zeit zu Zeit muss sie sich langwierigen, komplexen Genehmigungsverfahren widmen. „Bei all den Auflagen und Anforderungen, die erfüllt werden müssen, ist es nicht immer einfach, ruhig Blut zu bewahren.“

 

Mit einer Liebe für Industrieromantik

Die Kultur und Offenheit der Menschen, aber auch die Industrieromantik an langen Sommerabenden auf der Friesenheimer Insel mit Blick auf die BASF-Schornsteine sind für Miriam Rausch ein einzigartiges Spektakel ihrer Heimat.

Ich hatte lange eine ambivalente Einstellung zu meiner Heimat, aber seit ich wieder hier lebe nehme ich Mannheim nochmal anders wahr und schätze diese Stadt mit all ihren Ecken und Kanten mittlerweile sehr.“

Am häufigsten ist die Projektkoordinatorin am Feierabend im Luisenpark oder am Alten Messplatz, dem Herzen der Neckarstadt, anzutreffen. „Für mich ist der Alter ein Musterbeispiel der Stadtentwicklung, hier sind alle Menschen Willkommen und dürfen sein wie sie sind, das liebe ich an Mannheim.“

 

Sonnengruß auf Spinelli

Über Miriams Freizeit und Hobbys zu sprechen, ohne dabei das Thema Stadtentwicklung zu erwähnen, ist quasi nicht möglich. Mit dem Knowledge-Collective und dem MOFA – Mannheims Ort für Architektur – setzt sie sich in zwei Ehrenämtern sowohl auf internationaler als auch auf regionaler Ebene mit nachhaltiger Stadtplanung auseinander. „Hier steht die soziale Frage im Vordergrund, aber auch Baukultur, Substanz, Bestand oder öffentliche Räume sind Themen, die ich hier mit Menschen aus den verschiedensten Bereichen diskutieren will.“ Wenn dann noch Zeit ist, übt sich Miriam beim Yoga im Sonnengruß, geht ins Kino, entdeckt neue Bücher, trifft sich mit Freunden und genießt das vielfältige Leben in der Neckarstadt Ost. „Für 2023 kann ich mir auch sehr gut vorstellen, dass Spinelli gerade im Sommer sich zu einem meiner Lieblingsorte entwickeln wird.“