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Ver­an­stal­tun­gen Rück­blick

Rück­blick BUGA 23: Platt­form

Am 25. Juni 2020 fand der 5. Plattformvortrag zum dritten Mal in Folge im Live-Stream statt. Prof. Braum, Geschäftsführender Direktor der IBA Heidelberg, zeigte eindrucksvoll am Beispiel des Heidelberger Patrick-Henry-Village (PHV) auf, dass Städte von morgen anders geplant werden müssen. Zunächst warf Prof. Braum den Blick zurück in die Vergangenheit. Stadtplaner und Architekten der Nachkriegszeit knüpften an die großen Visionen der klassischen Moderne an, darunter an die Tradition der Gartenstadtbewegung oder der „Organischen Stadtbaukunst“. Als  herausragende Beispiele einer damals zukunftsgerichteten Architektur gelten u.a. das Hansaviertel in Berlin oder die Neue Heimat in Hamburg; eine andere heute strittig diskutierte Siedlung ist die Neue Vahr in Bremen. Leitbild damals war die moderne „funktionsgetrennte Stadt“ mit getrennten Lebensbereichen des Wohnens, Arbeitens und der Freizeit. Ab den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts fand ein Bewußtseinswandel statt und man begann nun im Städtebau funktionsgemischte Städte zu bauen, die alternative Nutzungen des öffentlichen Raums berücksichtigen. Gelungenes Beispiel für ein durchmischtes, lebendiges und zukunftsfähiges Stadtquartier ist das Mannheimer Benjamin Franklin Village.

 

Was muss eine funktionsüberlagernde Stadt heute können? Die Zukunftsstadt muss ein eigenes Ökosystem entwickeln, in dem sich Natürliches und Künstlerisches miteinander vermischen (cradle to cradle). Sie muss als Stoffkreislauf funktionieren, d.h. Energie und Baustoffe sollten soweit wie möglich regional produziert werden und unterschiedliche Ansätze des Bauens intelligent miteinander verbinden. Außerdem muss die Stadt der Zukunft ihren Betrieb durch Möglichkeiten der Digitalisierung in ihren Abläufen effizient gestalten, gleich ob Verkehr, Abfallwirtschaft oder Wohnen und sie muss Mobilität neu denken und den ÖPNV sowie andere umweltfreundliche Verkehrsarten stärken. Die Stadt von morgen muss von Vielen entwickelt werden und zu ihrer Heterogenität stehen, sowohl die Architektur als auch ihre Bewohnerschaft betreffend; sie ist radikal inklusiv.

 

Als international ausgerichtetes Reallabor wird im PHV nun mit dem Dynamischen Masterplan ein ausbalanciertes Konzept geschaffen, das bewusst offen für die Anforderungen von morgen bleibt und über städtebauliche Themen hinausgeht. Für die Umsetzung ist eine stufenweise Entwicklung des Areals vorgesehen, die auch vorhandene Gebäude und Freiraumstrukturen einbindet.

 

Das Video zum Stream finden Sie hier:

Luftbild des Versuchsguts Kirschgartshausen der Südzucker AG.

In der zweiten digitalen Ausgabe der BUGA 23: Plattform stellte Dr. Peter Risser, Leiter des Versuchsguts Kirschgartshausen der Südzucker AG im Live Stream praxisnah innovative Produktionstechniken im Zuckerrübenanbau vor. Welche Alternativen gibt es in der Unkrautbekämpfung? Wie gelingt es die Biodiversität zu steigern? Wie lässt sich Digitalisierung als Chance nutzen? Risser gibt Antworten auf Zukunftsfragen der landwirtschaftlichen Praxis.

Seit 1862 wird die badische Staatsdomäne von Südzucker bewirtschaftet. Inzwischen kommen im Arbeitsalltag zunehmend Smart Farming Lösungen zum Einsatz. So werden digitale Tools und Satellitendaten bei der Planung und Durchführung der Arbeit auf dem Feld genutzt. Auch die Düngung erfolgt anhand von Sensoren an den Traktoren zielgenau dort, wo Nährstoffe gebraucht werden. Ein erster autonomer Feldroboter wird zum Hacken und Säen von Zuckerrüben eingesetzt. Um die Biodiversität zu steigern, wird die Zuckerrübe in eine mehrgliedrige Fruchtfolge mit Soja, Winterroggen und Raps eingebunden.

Zum Abschluss beantwortete Dr. Risser die im Chat gestellten Fragen der interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer zu den Herausforderungen und der Zukunft einer digitalisierten Landwirtschaft.

 

Das Video zum Stream finden Sie hier:

Auf dem Bild sieht man eine bunte Staudenwiese mit vielen verschienen Staudenarten.

Die BUGA 23 begab sich aufgrund der Corona-Pandemie erstmals digital auf ein Experimentierfeld, um neue Lösungen für die derzeitigen Probleme zu finden. Am 28. April 2020 referierte Prof. Cassian Schmidt, Leiter des Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof e.V. im Live-Stream über „Klimaangepasste Staudenkonzepte für das öffentliche und private Grün“. Der Vortrag stieß auf ein außerordentlich großes Interesse, über 140 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten dem Live-Stream in Kooperation mit der öffentlichen Ringvorlesung „Geschichte. Klima. Zukunft – Natur und Kultur im Dialog“ an der Universität Mannheim und den Reiss-Engelhorn-Museen (rem).

So zeigte Prof. Schmidt vor dem Hintergrund der rasant fortschreitenden klimatischen Veränderungen praktische Beispiele von neuen, klimaangepassten Pflanzkonzepten, die ausreichend stresstolerant sind, aber gleichzeitig auch ästhetisch ansprechend, u.a. Pflanzungen von Piet Oudolf (Wisley Gardens, England) oder des Ateliers le Balto (Berlin) mit einer neuen Ästhetik des Spontanen. Der neue Verwendungsstil stellt Erlebnisqualität und sinnliche Naturerfahrung in den Vordergrund, einen Anspruch, den auch die BUGA verfolgt. Visuell neu geschätzt wird auch eine Ästhetik des Vergehenden als Gestaltungselement. Zusätzlich gewinnen Aspekte der Nachhaltigkeit und Langlebigkeit an Bedeutung. Sie sollten nicht zu hohe Kosten im Unterhalt verursachen und dazu beitragen, die biologische Vielfalt zu erhöhen. Als Beispiele hierfür nannte Prof. Schmidt u.a. den Blut-Storchschnabel, Hirschwurz-Saum, Wolfsmilch oder Echinacea. Als gelungene Praxisbeispiele im öffentlichen Raum gelten die Alla-Hopp Anlage Hemsbach mit einer Präriemischung, das Firmengelände ABB in Ladenburg sowie der Sullivan Park in Augsburg, der thematisch das amerikanische Landschaftskonzept aufgreift, das ohne Bewässerung auskommt.  Zum Abschluss gab Prof. Schmidt Antworten auf die interessierten Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer.

 

Das Video zum Vortrag finden Sie hier:

Auf dem Bild ist ein Ausschnitt eines Kiefernpanoramas zu sehen.

Die nordbadischen Hardtwälder gehören zu den trockensten Landschaften in Baden-Württemberg. Der Klimawandel mit zunehmend trockenen und heißen Sommern führt hier schon jetzt zum Absterben der historischen Kiefernwälder. „Die seit dem 17. Jahrhundert eingebrachte Kiefer und die Schattbaumart Rotbuche leiden am stärksten unter dem Klimawandel; der Gewinner ist die spätblühende Traubenkirsche, die bereits große Flächen erobert hat“, ist Sebastian Eick überzeugt.

Aufgrund der Entwicklungen zur Corona Situation wurde auf Weisung des Wissenschaftsministeriums der Vorlesungsbetrieb an der Universität Mannheim bis zum 19. April 2020 eingestellt. Aus diesem Grund entfiel leider der Vortrag „Der Wald im Klima der Zukunft“ von Sebastian Eick, Forstdirektor a.D. im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung „Geschichte. Klima. Zukunft – Natur und Kultur im Dialog“ am 31.3.2020 um 17.15 Uhr. Wir bedauern diese notwendig gewordene Entscheidung sehr.

Einen Ausblick wie Stadtwälder womöglich in der Zukunft aussehen gibt der Forstexperte dennoch in einem Gespräch mit dem Mannheimer Morgen. Den Artikel können Sie hier nachlesen.

Wir hoffen, Sie bei unserer nächsten Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

„Warum braucht es eigentlich eine Bundesgartenschau?“ Mit dieser provokanten Frage startete Hanspeter Faas am 27. Februar 2020 in seinen Vortrag „Bundesgartenschau – Störfaktor in der Stadtentwicklung?“
Anschaulich, informativ und überaus kurzweilig berichtete Faas den über 80 Zuhörerinnen und Zuhörern eine knappe Stunde lang, in welcher Art und Weise eine Bundesgartenschau die Entwicklung einer Stadt anstoßen kann. Sie sei als Instrument der Stadtentwicklung „ein scharfes Schwert“. Dazu zog Faas Beispiele aus den Städten München, Koblenz und Heilbronn heran, in denen er 2005, 2011 bzw. 2019 die jeweilige BUGA als Geschäftsführer leitete. In Koblenz erfuhr beispielsweise das wunderschöne Stadtschloss aus dem 18. Jh. eine beeindruckende Aufwertung. In Heilbronn wurde eine Industriebrache in einen modernen, neuen Stadtteil verwandelt. Um den zukünftigen Bewohnern einen direkten Zugang zum Neckar zu schaffen, wurde dort sogar eine Bundestraße zurückgebaut.
Faas betonte die Bedeutung, welche seiner Meinung nach sowohl die Einbindung der Bürgerschaft als auch ein schlüssiges Gesamtkonzept als roter Faden in der Umsetzung spielte. Und: „Die Zukunft von Stadt und Landschaft muss durch Nachhaltigkeit geprägt sein“, so Faas. Mannheim biete hier mit seinen Themen Energie, Umwelt, Klima und nachhaltige Nahrungsmittelsicherung beste Voraussetzungen. Mit einem regen Austausch, in dem die Diskutanten u.a. Parallelen zu Mannheim zogen, endete die Veranstaltung.

Mit der Veranstaltungsreihe „BUGA 23-Plattform“ will die BUGA gGmbH die Themen der Bundesgartenschau – Klima, Energie, Umwelt und nachhaltige Nahrungsmittelsicherung – in die Stadtgesellschaft einbringen und mit der interessierten Bürgerschaft diskutieren.

Michael Schnellbach, Karmen Strahonja und Hanspeterfaas im Gespräch

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe BUGA 23: Plattform gab Kathrin Weiß, Geschäftsführerin der BUGA Erfurt 21, im Quartier Q6/Q7 spannende Einblicke in das stadtplanerische Konzept und Programm der Blumenstadt Erfurt. So weist die mittelalterliche Stadt Erfurt eine lange Tradition des Gartenbaus auf; bereits im Jahr 1865 fand die erste internationale Gartenschau statt. Diese Geschichte wird im Jahr 2021 wieder sicht- und erlebbar. Leitmotiv des Veranstaltungsprogramms sind 25 Themenwochen. Jede Woche erwartet die Besucher ein neuer Schwerpunkt.

Gelän­de­pla­nung

Im Norden der Stadt wird ein wichtiger neuer Grünraum erschlossen, der die sogenannte nördliche Geraaue, ein rund fünf Kilometer langen Natursstreifen, mit dem Nordpark verbindet. Auf dem historischen Petersberg wird ein Panoramaweg mit einem gläsernen Aufzug für einen barrierefreien Zugang angelegt und zu einem öffentlichen Quartier für Kultur, Bildung und Freizeit erschlossen.  Auch der egapark, eine bedeutendes Gartendenkmal aus den 1960er Jahren, wird erheblich aufgewertet. Dabei beschränkt sich die Bundesgartenschau aber nicht nur auf Erfurt, 25 Gärten in ganz Thüringen zählen als Außenstandorte zur BUGA.

Aktio­nen rund um die BUGA 21

Allerlei Aktionen wie die BUGA-Dialoge, eine BUGA Sprechstunde oder Baustellen-Spaziergänge oder die Blühweinhütte auf dem Weihnachtsmarkt stimmen schon im Vorfeld auf die Großveranstaltung ein: Eröffnet wird am 23. April 2021. Bleiben Sie auf dem Laufenden unter www.buga2021.de

Kathrin Weiß referiert auf der BUGA 23: Plattform Veranstaltung zum Thema BUGA Erfurt 2021.