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Ver­an­stal­tun­gen Rückblick

Rück­blick BUGA 23: Plattform

Nachhaltiges Wirtschaften und Umweltmanagement sind in aller Munde. Stellt es eine Ressource für Unternehmen bzw. Potenzial für Innovationen dar? Oder ist es lästige Pflicht? Dass ein solches Thema Anlass zu Diskussionen gibt, zeigte die große Resonanz und aktive Beteiligung am 25.03.2021 im Online-Stream der Veranstaltungsreihe „BUGA 23: Plattform“ mit über 70 Zuhörer*innen.

Inhaltlicher Startpunkt war der Expertenvortrag von Dr. Volker Teichert von der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg zu Prozess und Untersuchungsfeldern einer EMAS-Zertifizierung am Beispiel einer Großveranstaltung wie der BUGA 23. Die Diskussion ging von Fragen wie den Umwelt-Zielsetzungen und deren Überprüfbarkeit, über den Modalsplit bei der BUGA 23 bis hin zu konkreten Fragen zu Müllvermeidung oder Netzwerktipps wie der Klimaschutz-Allianz Mannheimer Unternehmen.

Die Mannheimer Umweltbürgermeistern Prof. Dr. Diana Pretzell verwies auf den Vorbildcharakter der Stadt in Sachen New Green Deal und die damit verknüpften Standortvorteile für Wirtschaftsunternehmen. Während die Stadt die Vorgaben des IPPC ausführt, gehört das Green Public Procurement zu den noch zu erledigenden Aufgaben der Stadt.

Michael Schnellbach sieht die BUGA-Betreibergesellschaft gut vorbereitet in Sachen Umweltmanagement. Schließlich strebt die BUGA23 an, die nachhaltigste Gartenschau aller Zeiten zu werden. Daran orientiert sich die Arbeit in allen Abteilungen und Handlungsfeldern der BUGA 23.

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Die Bundesgartenschau als Tourismus-Magnet – über dieses Thema sprachen Sibylle Eßer von der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG), Karmen Strahonja (Stadtmarketing) und Michael Schnellbach von der Mannheimer Bundesgartenschaugesellschaft am 25. Februar um 18 Uhr im Online-Stream der Veranstaltungsreihe „BUGA 23: Plattform“ vor über 80 Zuhörerinnen und Zuhörern.

 

Nach Frau Eßers Erfahrungen sind Bundesgartenschauen, die seit 1952 eine deutsche Marke sind, als Tourismusziel „gelernt“: sie bieten Inspiration für das private Grün, eine hohe Aufenthaltsqualität und locken vor allem mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm. Mannheim als Städtereiseziel stand vor Corona bereits gut da mit über 1,6 Millionen Gästen 2019, Tendenz steigend vor allem im Leisure-Bereich. Die BUGA 23 sei eine riesige Chance für Hotellerie und Gastronomie sowie für das Kulturleben der Stadt, erläuterte Karmen Strohonja. „Wir wollen dafür sorgen, dass nicht nur Tagesgäste zur Gartenschau kommen, sondern auch wesentlich mehr Übernachtungsgäste“, betonte die Geschäftsführerin des Stadtmarketings.  Über 2 Millionen Besucher sollen nach Mannheim kommen, zudem soll die Gartenschau auch nachhaltig wirken, führte Michael Schnellbach aus. Denn Erfahrungen aus Koblenz und Heilbronn haben gezeigt, dass der Effekt anhält, wenn eine Stadt als Reiseziel nach der Gartenschau noch bekannter ist.

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„Du bist was du isst“ – der Gastronomie-Experte Ingo Wessel gab in seinem Online-Vortrag am 28.01.2021 über 80 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern einen kulinarischen Einblick in das nachhaltige Gastronomie-Konzept auf der BUGA 23. Die multikulturelle Seele Mannheims wird in der Vielfalt der gastronomischen Angebote abgebildet: von veganen und vegetarischen Speisen über Halal-Gerichte bis leckeres Grillgut  – für jeden Geschmack und Geldbeutel soll etwas dabei sein. Im Luisenpark erwartet die BUGA Besucherinnen und Besucher das Seerestaurant im frischen Gewand, das ganz neue Restaurant in der Neuen Parkmitte, das Café Pflanzenschauhaus, ein Bistro im Freizeithaus sowie das chinesische Teehaus.

 

Auf Spinelli ist das Herzstück der Gastronomie das „Green Restaurant“ mit einer Experimentalküche in der U-Halle. Der Charme der Industriearchitektur verbunden mit viel Grün sorgt für ein innovatives und atmosphärisches Restauranterlebnis. Ein Kiosk an der Seilbahnstation sowie eine „Tankstelle“ mit Erfrischungen und Snacks empfangen die Gäste im Eingangsbereich. In den Themengärten lädt ein Bistro im Grünen mit beschatteten Sitzmöglichkeiten zum Verweilen ein.  Selbstmitgebrachtes Proviant kann im Biergarten an der Heizzentrale verzehrt werden.  Neben Nachhaltigkeit - auch in Bezug auf die Verpackung - wird großer Wert auf hohe Qualität, Regionalität und Saisonalität der Produkte gelegt.

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Auf große Resonanz stieß der Online-Vortrag von Nadine Haas, der für Mannheim zuständigen Projektleiterin bei der Firma Doppelmayr Seilbahnen: 90 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten am 26. November 2020 den fachlichen Ausführungen zur modernen Mobilität im urbanen Raum. In Zeiten von zunehmender Urbanisierung und Klimawandel sind immer mehr Städte bereit, die Seilbahn als alternatives Verkehrsmittel im öffentlichen Nahverkehr zu implementieren. So ist in Boliviens Hauptstadt La Paz das größte städtische Seilbahnnetz der Welt entstanden. Es handelt sich um eine Art U-Bahnnetz in der Luft; auf einem Gesamtstreckennetz von 30 km transportieren 10 Seilbahnlinien bis zu 30.000 Fahrgäste täglich.

 

In Mannheim wird die temporäre Seilbahn während der Bundesagartenschau 2023 pro Stunde und Richtung mit 65 Kabinen bis zu 2.800 Personen befördern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 23km/h. Betrieben wird sie mit Ökostrom, die Kabinen sind vorher bei der Florade Almere 2022 im Einsatz und werden im Anschluss an die Bundesgartenschau an einem neuen Standort zum Einsatz kommen. In Kooperation mit der Hochschule Darmstadt ist außerdem eine wissenschaftliche Analyse zur Nachhaltigkeit geplant. Die BUGA 23 versteht sich auch hier als Experimentierfeld, um den Besuchern die urbane Seilbahn als Transportmöglichkeit begreifbar und erlebbar zu machen.

Fra­gen an Nadi­ne Haas, Dop­pel­mayr Seilbahnen:

Wie hoch wird die maxi­ma­le Höhe der Seil­bahn in Mann­heim sein?

Die höchste Stelle der Seilbahn ist bei der Querung des Neckars. Dort hat die höchste Stütze eine Höhe von 45m.

In Wien gibt es von der neu­en Stadt­re­gie­rung ein Seil­bahn-Pro­jekt — Ist da die Fa. D. schon irgend­wie involviert?

Nein.

Wie ist die Ener­gie-/Schad­stoff­bi­lanz der Seil­bahn, wenn sie z.B. nur 20/30% Aus­las­tung hat?

Grundsätzlich ist die Energiebilanz einer horizontalen Seilbahn pro beförderte Person im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln außergewöhnlich positiv. Durch eine geringere Auslastung erhöht sich dieser Energieaufwand, liegt aber immer noch deutlich unter anderen Systemen. Seilbahnen werden elektrisch angetrieben, gehören somit in die Familie der Elektromobilität und bei Verwendung von grünem Strom ist der CO2-Ausstoß nicht relevant.

Es wur­de über eine Test­stre­cke des upBUS-Pro­jek­tes in Mann­heim geschrie­ben. Gibt es eine Koope­ra­ti­on dies­be­züg­lich mit Doppelmayr?

Wir verfolgen mit Interesse die Aktivitäten der Uni Aachen und stehen mit dem upBUS-Team in Verbindung.

Wel­che Not­aus­stiegs-Sze­na­ri­en gibt es — grund­sätz­lich und spe­zi­ell in Mann­heim, z. B. über dem Neckar?

Bei der Seilbahn zur BUGA in Mannheim wird ein Räumungskonzept ausgeführt. Dabei werden die Kabinen bei allen möglichen Szenarien in die Stationen zurückgeführt, wo die Fahrgäste auf normalem Weg aussteigen können. Ein solches Räumungskonzept ist auch bei der Seilbahn in Koblenz installiert.

Wie oft muss die Anla­ge gewar­tet werden?

Nachdem die Seilbahnanlage ausschließlich während den sechs Monaten der Veranstaltung betrieben wird, ist keine intervallmäßige Wartung notwendig. Tägliche, wöchentliche und monatliche Kontrollen werden standardmäßig vorgenommen.

Nächt­li­che Beleuch­tung wür­de zahl­rei­che Tie­re beein­träch­ti­gen — kön­nen die Kabi­nen nachts ver­dun­kelt werden?

Die Kabinen sind lediglich mit einer Notbeleuchtung ausgestattet, die indirekt den Fußbereich bei der Tür innen beleuchtet. Die Stützenköpfe werden bei Nachtbetrieb mit 3 lux beleuchtet.

Wie sieht die Kabi­ne innen aus?

Die Kabinen sind mit zwei Holzbänken für jeweils fünf Personen ausgestattet. Diese können nach oben geklappt werden, um in den Kabinen Platz für Kinderwagen oder Rollstühle zu schaffen.

Wel­che Tei­le der Seil­bahn aus Alme­re kön­nen denn über­haupt ver­wen­det wer­den, wenn die­se dort noch bis Herbst 2022 in Betrieb ist?

In Mannheim werden wir die Stationen, also seilbahntechnische Einrichtung, Diensträume und Bahnsteigrampen sowie die Kabinen aus Almere weiterverwenden. Aus zeitlichen Gründen können wir die Stützen von Almere in Mannheim nicht einsetzen. Diese können jedoch an einer anderen Stelle wiederaufgebaut werden.

Wie oft kann eine Seil­bahn ab und auf­ge­baut wer­den? Wer wür­de die Seil­bahn in Mann­heim betreiben?

Der Auf- und Abbau einer Seilbahn ist öfters möglich. So wurde z.B. die Seilbahn von der BUGA Rostock bei der BUGA München und anschließend in einem Skigebiet in Bayern wiederaufgestellt. Den Betrieb der Seilbahn zur BUGA Mannheim werden wir als Firma Doppelmayr selbst ausführen.

Wie oft wur­de die­se Seil­bahn bereits schon auf und abge­baut, ist sie in Alme­re neu?

In Almere wird eine neue Anlage installiert.

Sind die Gesprä­che mit der Fir­ma UpBus aus Aachen bereits abge­schlos­sen oder lau­fen dort noch Pla­nun­gen (auch zusam­men mit Doppelmayr)?

Die Entwicklung des upBUS in Zusammenhang mit autonomem Fahren ist ein langfristiges Projekt. Über die Fortschritte im Projekt stehen wir im Austausch mit dem upBUS Team in Aachen.

Ist eine Anbin­dung an Lud­wigs­ha­fen im Gespräch?

Aktuell gibt es keine Gespräche zwischen der Firma Doppelmayr und Ludwigshafen.

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Der Vortrag „Bäume im Zeichen des Klimawandels“ von Klaus Körber am 22.10. im Rahmen der Veranstaltungsreihe BUGA 23: Plattform stieß auf großes Interesse: über 60 Interessierte folgten den lebendigen Ausführungen von Klaus Körber von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, der aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß, welche Bäume dem Klimawandel trotzen können.

 

Wir werden in den nächsten Jahren das Thema Schatten auf der Tagesordnung haben. Bei extremer Hitze ist auch ein breiter Wuchs wichtig“, so Körber. Schon eine Erwärmung von fünf Grad kann für Lebewesen gefährlich werden. Wir verlieren Körbers Ansicht zufolge die Fichte, Birke und Kiefer. Auch für die Buche als prägender Waldbaum steht es schlecht; mit ihr verlieren wir 26 Vogelarten, 72 Schmetterlingsarten, Kleinsäuger, Reh- und Schalenwild.

 

Als Favorit für die Zukunft gilt u.a. die schmale Platane Minaret oder die Silberlinde. „Wenn es uns gelingt, Straßenzüge zu planen mit beispielsweise drei Lindenarten, haben wir gleichzeitig 6 Wochen blühendes Futter für die Bienen und einen Beitrag zur Biodiversität“, plädiert Körber. Damit Bäume in Zukunft gut wachsen, müssen wir viel mehr Aufmerksamkeit auf das Wurzelwerk legen. Auch das Thema intelligente Bewässerung nach dem Schwammstadt-Prinzip ist eine zentrale Zukunftsaufgabe.

 

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Mit einem besonderen Klimaspaziergang begab sich die BUGA 23: Plattform am 24. September auf die Spuren des eiszeitlichen Windes. Prof. Dr. Wilfried Rosendahl, Direktor an den Reiss-Engelhorn-Museen und Klimaspezialist, erläuterte den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern während seiner fachkundigen Führung durch die Dünen des Käfertaler Waldes, wie die Dünen entstanden sind. Gegen Ende der Eiszeit, vor etwa 10.000 Jahren herrschten in der Region bitterkalte Temperaturen, die Landschaft war weitgehend kahl und vegetationsfrei. Westwinde bliesen Flugsand der Rheinebene ins Landesinnere, es entstand ein Dünengürtel, der sich von Karlsruhe bis nach Griesheim erstreckt.

 

Der Glockenbuckel, einst Panzerübungsgelände, ist heute ein bedeutendes Naturschutzgebiet und Lebensraum für seltene Pflanzen und Tieren. Ein spannender Ort, der authentisch mit dem Klima der Vergangenheit zusammenhängt. Die Teilnehmenden erfuhren dabei, wo die windabgewandte und die windzugewandte Seite der Dünen zu erkennen ist, wie sich die Sandpartikel der Binnendünen von denen des Meeres unterscheiden und wie sich das Klima der Zukunft entwickeln wird.

 

Das Buch „Entlang des Rheins von Basel bis Mannheim – Wanderungen in die Erdgeschichte“, herausgegeben von Prof. Dr. Rosendahl, lädt Interessierte ein, weitere geologische bedeutsame Orte entlang des Rheins zu entdecken.

Auf dem Spinelli Gelände gehen die Vorbereitungen für die Arbeiten der Bundesagartenschau voran. Bei einer ersten öffentlichen Baustellenführung, die aufgrund des großen Interesses in 2 Gruppen stattfand, konnten sich interessierte Bürgerinnen und Bürger unter fachkundiger Leitung selbst ein Bild machen.

 

178 Tage dauert die Bundesgartenschau, von April bis Oktober 2023, die sich den vier Leitthemen Klima, Umwelt, Energie und Nahrungssicherung widmet. Das Gelände lässt sich in einen Ost- und einen Westteil unterteilen; die verlängerte Völklinger Straße bildet hier die Achse. Auf dem Westteil des Geländes  entsteht der sogenannte „Klima Park“, der die Weite der Natur erlebbar macht. Am nördlichen Rand wird die Parkschale Käfertal zu finden sein. Hier entsteht der „Erfinderpark“, ein Spiel- und Bewegungsraum für alle Generationen. Auf dem östlichen Teil ist der Rückbau von Gebäuden und Wegestrukturen gerade noch im Gange. Die U-Halle selbst wird zur Bundesgartenschau um ein Drittel verkleinert. Sie bietet dann Platz für Veranstaltungen und die Blumenhallenschauen; aber auch ein Bildungscampus und die Gastronomie sowie Themen wie Food Farming und Aquaponik werden hier verortet. Auf dem Veranstaltungsgelände werden als Artenschutzmaßnahme Ersatzhabitate für geschützte Tierarten wie die Mauereidechse geschaffen.

Auf große Resonanz stieß die erste BUGA 23: Plattform live Veranstaltung in der U-Halle nach der Corona-Pause, die vorrübergehend mit digitalen Streams überbrückt wurde. 86 Interessierte kamen bei sommerlichen Temperaturen zum Expertengespräch „Making Of - Gärtnerische Ausstellungskonzeption BUGA 23 mit Kirsten Batzler, Lydia Frotscher und Ellen Oswald.

Mit der interdisziplinär arbeitenden Kreativagentur Northern Light aus Amsterdam wurde ein Ausstellungskonzept entwickelt, welches die speziellen Gegebenheiten der beiden BUGA 23-Gelände aufnimmt und widerspiegelt: Spinelli als Experimentierfeld mit seinen vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten und der Luisenpark als gewachsene Parkanlage als zwei sich ergänzende Orte.

Dieser Spannungsbogen zeigt sich auch im gärtnerischen Konzept: Lydia Frotscher, Ausstellungsbevollmächtige der DBG, erläuterte die Aufgaben und Themen der Pflanzenschauen auf Spinelli und ging auch auf ganz praktische Fragen ein, wie sich beispielsweise die Pflege der Pflanzen während der laufenden Bundesgartenschau gestaltet. Frau Oswald, Gärtnerische Leiterin des Luisenparks, gab einen Einblick in die Planungen zur Neuen Parkmitte im Luisenpark, der auch in der Pflanzung aufgrund der klimatischen Bedingungen andere Sorten präsentieren kann. So ergänzen sich die beiden Standorte; denn schließlich sollen den Besucherinnen und Besuchern jeden Tag schöne und inspirierende Blumen und Pflanzungen präsentiert werden.

Am 25. Juni 2020 fand der 5. Plattformvortrag zum dritten Mal in Folge im Live-Stream statt. Prof. Braum, Geschäftsführender Direktor der IBA Heidelberg, zeigte eindrucksvoll am Beispiel des Heidelberger Patrick-Henry-Village (PHV) auf, dass Städte von morgen anders geplant werden müssen. Zunächst warf Prof. Braum den Blick zurück in die Vergangenheit. Stadtplaner und Architekten der Nachkriegszeit knüpften an die großen Visionen der klassischen Moderne an, darunter an die Tradition der Gartenstadtbewegung oder der „Organischen Stadtbaukunst“. Als  herausragende Beispiele einer damals zukunftsgerichteten Architektur gelten u.a. das Hansaviertel in Berlin oder die Neue Heimat in Hamburg; eine andere heute strittig diskutierte Siedlung ist die Neue Vahr in Bremen. Leitbild damals war die moderne „funktionsgetrennte Stadt“ mit getrennten Lebensbereichen des Wohnens, Arbeitens und der Freizeit. Ab den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts fand ein Bewußtseinswandel statt und man begann nun im Städtebau funktionsgemischte Städte zu bauen, die alternative Nutzungen des öffentlichen Raums berücksichtigen. Gelungenes Beispiel für ein durchmischtes, lebendiges und zukunftsfähiges Stadtquartier ist das Mannheimer Benjamin Franklin Village.

 

Was muss eine funktionsüberlagernde Stadt heute können? Die Zukunftsstadt muss ein eigenes Ökosystem entwickeln, in dem sich Natürliches und Künstlerisches miteinander vermischen (cradle to cradle). Sie muss als Stoffkreislauf funktionieren, d.h. Energie und Baustoffe sollten soweit wie möglich regional produziert werden und unterschiedliche Ansätze des Bauens intelligent miteinander verbinden. Außerdem muss die Stadt der Zukunft ihren Betrieb durch Möglichkeiten der Digitalisierung in ihren Abläufen effizient gestalten, gleich ob Verkehr, Abfallwirtschaft oder Wohnen und sie muss Mobilität neu denken und den ÖPNV sowie andere umweltfreundliche Verkehrsarten stärken. Die Stadt von morgen muss von Vielen entwickelt werden und zu ihrer Heterogenität stehen, sowohl die Architektur als auch ihre Bewohnerschaft betreffend; sie ist radikal inklusiv.

 

Als international ausgerichtetes Reallabor wird im PHV nun mit dem Dynamischen Masterplan ein ausbalanciertes Konzept geschaffen, das bewusst offen für die Anforderungen von morgen bleibt und über städtebauliche Themen hinausgeht. Für die Umsetzung ist eine stufenweise Entwicklung des Areals vorgesehen, die auch vorhandene Gebäude und Freiraumstrukturen einbindet.

 

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Luftbild des Versuchsguts Kirschgartshausen der Südzucker AG.

In der zweiten digitalen Ausgabe der BUGA 23: Plattform stellte Dr. Peter Risser, Leiter des Versuchsguts Kirschgartshausen der Südzucker AG im Live Stream praxisnah innovative Produktionstechniken im Zuckerrübenanbau vor. Welche Alternativen gibt es in der Unkrautbekämpfung? Wie gelingt es die Biodiversität zu steigern? Wie lässt sich Digitalisierung als Chance nutzen? Risser gibt Antworten auf Zukunftsfragen der landwirtschaftlichen Praxis.

Seit 1862 wird die badische Staatsdomäne von Südzucker bewirtschaftet. Inzwischen kommen im Arbeitsalltag zunehmend Smart Farming Lösungen zum Einsatz. So werden digitale Tools und Satellitendaten bei der Planung und Durchführung der Arbeit auf dem Feld genutzt. Auch die Düngung erfolgt anhand von Sensoren an den Traktoren zielgenau dort, wo Nährstoffe gebraucht werden. Ein erster autonomer Feldroboter wird zum Hacken und Säen von Zuckerrüben eingesetzt. Um die Biodiversität zu steigern, wird die Zuckerrübe in eine mehrgliedrige Fruchtfolge mit Soja, Winterroggen und Raps eingebunden.

Zum Abschluss beantwortete Dr. Risser die im Chat gestellten Fragen der interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer zu den Herausforderungen und der Zukunft einer digitalisierten Landwirtschaft.

 

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Auf dem Bild sieht man eine bunte Staudenwiese mit vielen verschienen Staudenarten.

Die BUGA 23 begab sich aufgrund der Corona-Pandemie erstmals digital auf ein Experimentierfeld, um neue Lösungen für die derzeitigen Probleme zu finden. Am 28. April 2020 referierte Prof. Cassian Schmidt, Leiter des Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof e.V. im Live-Stream über „Klimaangepasste Staudenkonzepte für das öffentliche und private Grün“. Der Vortrag stieß auf ein außerordentlich großes Interesse, über 140 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten dem Live-Stream in Kooperation mit der öffentlichen Ringvorlesung „Geschichte. Klima. Zukunft – Natur und Kultur im Dialog“ an der Universität Mannheim und den Reiss-Engelhorn-Museen (rem).

So zeigte Prof. Schmidt vor dem Hintergrund der rasant fortschreitenden klimatischen Veränderungen praktische Beispiele von neuen, klimaangepassten Pflanzkonzepten, die ausreichend stresstolerant sind, aber gleichzeitig auch ästhetisch ansprechend, u.a. Pflanzungen von Piet Oudolf (Wisley Gardens, England) oder des Ateliers le Balto (Berlin) mit einer neuen Ästhetik des Spontanen. Der neue Verwendungsstil stellt Erlebnisqualität und sinnliche Naturerfahrung in den Vordergrund, einen Anspruch, den auch die BUGA verfolgt. Visuell neu geschätzt wird auch eine Ästhetik des Vergehenden als Gestaltungselement. Zusätzlich gewinnen Aspekte der Nachhaltigkeit und Langlebigkeit an Bedeutung. Sie sollten nicht zu hohe Kosten im Unterhalt verursachen und dazu beitragen, die biologische Vielfalt zu erhöhen. Als Beispiele hierfür nannte Prof. Schmidt u.a. den Blut-Storchschnabel, Hirschwurz-Saum, Wolfsmilch oder Echinacea. Als gelungene Praxisbeispiele im öffentlichen Raum gelten die Alla-Hopp Anlage Hemsbach mit einer Präriemischung, das Firmengelände ABB in Ladenburg sowie der Sullivan Park in Augsburg, der thematisch das amerikanische Landschaftskonzept aufgreift, das ohne Bewässerung auskommt.  Zum Abschluss gab Prof. Schmidt Antworten auf die interessierten Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer.

 

Das Video zum Vortrag finden Sie hier:

Auf dem Bild ist ein Ausschnitt eines Kiefernpanoramas zu sehen.

Die nordbadischen Hardtwälder gehören zu den trockensten Landschaften in Baden-Württemberg. Der Klimawandel mit zunehmend trockenen und heißen Sommern führt hier schon jetzt zum Absterben der historischen Kiefernwälder. „Die seit dem 17. Jahrhundert eingebrachte Kiefer und die Schattbaumart Rotbuche leiden am stärksten unter dem Klimawandel; der Gewinner ist die spätblühende Traubenkirsche, die bereits große Flächen erobert hat“, ist Sebastian Eick überzeugt.

Aufgrund der Entwicklungen zur Corona Situation wurde auf Weisung des Wissenschaftsministeriums der Vorlesungsbetrieb an der Universität Mannheim bis zum 19. April 2020 eingestellt. Aus diesem Grund entfiel leider der Vortrag „Der Wald im Klima der Zukunft“ von Sebastian Eick, Forstdirektor a.D. im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung „Geschichte. Klima. Zukunft – Natur und Kultur im Dialog“ am 31.3.2020 um 17.15 Uhr. Wir bedauern diese notwendig gewordene Entscheidung sehr.

Einen Ausblick wie Stadtwälder womöglich in der Zukunft aussehen gibt der Forstexperte dennoch in einem Gespräch mit dem Mannheimer Morgen. Den Artikel können Sie hier nachlesen.

Wir hoffen, Sie bei unserer nächsten Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

„Warum braucht es eigentlich eine Bundesgartenschau?“ Mit dieser provokanten Frage startete Hanspeter Faas am 27. Februar 2020 in seinen Vortrag „Bundesgartenschau – Störfaktor in der Stadtentwicklung?“
Anschaulich, informativ und überaus kurzweilig berichtete Faas den über 80 Zuhörerinnen und Zuhörern eine knappe Stunde lang, in welcher Art und Weise eine Bundesgartenschau die Entwicklung einer Stadt anstoßen kann. Sie sei als Instrument der Stadtentwicklung „ein scharfes Schwert“. Dazu zog Faas Beispiele aus den Städten München, Koblenz und Heilbronn heran, in denen er 2005, 2011 bzw. 2019 die jeweilige BUGA als Geschäftsführer leitete. In Koblenz erfuhr beispielsweise das wunderschöne Stadtschloss aus dem 18. Jh. eine beeindruckende Aufwertung. In Heilbronn wurde eine Industriebrache in einen modernen, neuen Stadtteil verwandelt. Um den zukünftigen Bewohnern einen direkten Zugang zum Neckar zu schaffen, wurde dort sogar eine Bundestraße zurückgebaut.
Faas betonte die Bedeutung, welche seiner Meinung nach sowohl die Einbindung der Bürgerschaft als auch ein schlüssiges Gesamtkonzept als roter Faden in der Umsetzung spielte. Und: „Die Zukunft von Stadt und Landschaft muss durch Nachhaltigkeit geprägt sein“, so Faas. Mannheim biete hier mit seinen Themen Energie, Umwelt, Klima und nachhaltige Nahrungsmittelsicherung beste Voraussetzungen. Mit einem regen Austausch, in dem die Diskutanten u.a. Parallelen zu Mannheim zogen, endete die Veranstaltung.

Mit der Veranstaltungsreihe „BUGA 23-Plattform“ will die BUGA gGmbH die Themen der Bundesgartenschau – Klima, Energie, Umwelt und nachhaltige Nahrungsmittelsicherung – in die Stadtgesellschaft einbringen und mit der interessierten Bürgerschaft diskutieren.

Michael Schnellbach, Karmen Strahonja und Hanspeterfaas im Gespräch

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe BUGA 23: Plattform gab Kathrin Weiß, Geschäftsführerin der BUGA Erfurt 21, im Quartier Q6/Q7 spannende Einblicke in das stadtplanerische Konzept und Programm der Blumenstadt Erfurt. So weist die mittelalterliche Stadt Erfurt eine lange Tradition des Gartenbaus auf; bereits im Jahr 1865 fand die erste internationale Gartenschau statt. Diese Geschichte wird im Jahr 2021 wieder sicht- und erlebbar. Leitmotiv des Veranstaltungsprogramms sind 25 Themenwochen. Jede Woche erwartet die Besucher ein neuer Schwerpunkt.

Gelän­de­pla­nung

Im Norden der Stadt wird ein wichtiger neuer Grünraum erschlossen, der die sogenannte nördliche Geraaue, ein rund fünf Kilometer langen Natursstreifen, mit dem Nordpark verbindet. Auf dem historischen Petersberg wird ein Panoramaweg mit einem gläsernen Aufzug für einen barrierefreien Zugang angelegt und zu einem öffentlichen Quartier für Kultur, Bildung und Freizeit erschlossen.  Auch der egapark, eine bedeutendes Gartendenkmal aus den 1960er Jahren, wird erheblich aufgewertet. Dabei beschränkt sich die Bundesgartenschau aber nicht nur auf Erfurt, 25 Gärten in ganz Thüringen zählen als Außenstandorte zur BUGA.

Aktio­nen rund um die BUGA 21

Allerlei Aktionen wie die BUGA-Dialoge, eine BUGA Sprechstunde oder Baustellen-Spaziergänge oder die Blühweinhütte auf dem Weihnachtsmarkt stimmen schon im Vorfeld auf die Großveranstaltung ein: Eröffnet wird am 23. April 2021. Bleiben Sie auf dem Laufenden unter www.buga2021.de

Kathrin Weiß referiert auf der BUGA 23: Plattform Veranstaltung zum Thema BUGA Erfurt 2021.