BUGA 23: Rück­bau der U‑Halle hat begon­nen – Trag­werk ers­ter Seg­men­te freigelegt

Mannheim, 30. Juni 2021

 

  • Der ers­te Bereich der U‑Halle wur­de erfolg­reich zurückgebaut.
  • Die rie­si­ge Lager­hal­le wird von ursprüng­lich zir­ka 21.000 auf rund 13.000 Qua­drat­me­ter Flä­che reduziert.
  • Gemäß dem Leit­satz der BUGA 23, wird aus Bestehen­dem durch Wei­ter­ent­wick­lung etwas Neu­es geschaffen.

 

© BUGA 23 / Daniel Lukac

Die U-Halle ist das architektonische Highlight auf dem Spinelli-Gelände und das Herz der Bundesgartenschau Mannheim 2023. Dort finden von April bis Oktober 2023 eine Vielzahl der geplanten 5.000 Veranstaltungen statt. Jetzt hat der Rückbau und die architektonische Qualifizierung der einstigen Lagerhalle der US-Army begonnen. Umgesetzt wird der Entwurf des Berliner Büros „Hütten & Paläste“.

 

Fein säuberlich in Reih und Glied gestapelt liegen 1.000 Glasbausteine, 500 Deckenlichter und 200 Dachpaneele und warten auf ihren weiteren Einsatz. In den vergangenen vier Wochen ist beim Rückbau der U-Halle auf Spinelli nicht nur schweres Gerät zum Einsatz gekommen. Viele Arbeiten mussten von Hand ausgeführt werden, da die Materialien im Sinne einer nachhaltigen baulichen Entwicklung später an anderer Stelle zum Einsatz kommen werden.

 

„Nachhaltigkeit steht über der gesamten BUGA 23. Deshalb verfolgen wir auch bei der architektonischen Qualifizierung der U-Halle den Gedanken, Existierendes weiter zu nutzen – re-use und recycle. Durch einen geschickten Rückbau wird aus der einstigen Lagerhalle ein architektonisches Highlight und Treffpunkt für die rund 2, 1 Mio. erwarteten Besucher*innen auf dem Spinelli-Gelände“, sagt Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Gesellschaft Mannheim 2023 gGmbH.

 

© Daniel Lukac

Um die Kaltluftzufuhr im Grünzug Nordost nicht zu behindern, wird die U-Halle bereits bis zur Bundesgartenschau 2023 von ursprünglich 21.000 auf ca. 13.000 Quadratmeter reduziert und ihre Außenwände aufgebrochen. Gerüsthafte, durchlässige Strukturen bleiben zurück, die mit Kletterpflanzen, Gräsern und Wildblumen bepflanzt werden. Die daraus resultierende Verdunstung und Verschattung führen zu einem angenehmen Mikroklima und entwickeln darüber hinaus einen günstigen Effekt auf die Temperaturentwicklung auf Spinelli.

 

Im ersten Schritt wurden nun 2.000 Quadratmeter der Halle bearbeitet. Nach der Entkernung im Innenraum folgte der Rückbau des Daches und im letzten Schritt der Fassade. Die Halle wurde bis auf ihre tragenden Gerüstelemente skelettiert. „Durch den Rückbau dieser relativ kleinen Fläche haben wir Erkenntnisse gewonnen über die eingesetzten Materialien, Aufbau und Tragwerk der Halle, die wir in der Folge auf die Gesamtmaßnahme übertagen können“, erklärt Projektleiter Georg Bock.

 

Der Unterschied des Raumeindrucks ist enorm: Die zuvor dunkle, schwere Industriehalle präsentiert sich jetzt filigran, luft- und lichtdurchlässig. „Wie die U-Halle zukünftig als architektonisches Landmark das 62 Hektar große Gelände optisch prägen wird, lässt bereits die Öffnung dieses ersten Bereichs plastisch vor Augen treten: Hier entstehen völlig neue Perspektiven. Zusätzliche Sichtachsen erlauben künftig Ausblicke in die große Weite Spinellis, den eindrucksvoll gestalteten Innenhof der U-Halle und das Ausstellungsgelände der BUGA 23“, freut sich Volker Jurkat, Abteilungsleiter Verkehrsinfrastruktur | Hochbau.

 

Im alten, zweigeteilten Tragwerk der Halle manifestiert sich ein Abschnitt der jüngeren deutschen Geschichte: Während der eine Teil des Skeletts noch auf die Wehrmacht zurückgeht, die die Kaserne 1938 eröffnet hat, zeugt der zweite Teil des Stahlgerüsts von den USA-amerikanischen Streitkräften, die die Kaserne nach dem Zweiten Weltkrieg übernommen haben und sie bis 2014 unter dem Namen „Spinelli Barracks“ als Lagerhalle nutzen. Die Bundesgartenschau ermöglicht nun erstmalig eine zivile Verwendung der U-Halle.

 

Während der BUGA 23 finden in der U-Halle eine Vielzahl von Veranstaltungen sowie die großen Blumenschauen statt. Neben einem Unterhaltungs- und Kulturprogramm sind dort u.a. auch Restaurants und ein Fernsehstudio untergebracht.